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Praxis für Psychotherapie Gesche Knoop

People Pleasing:
Wenn Du es allen recht machst – außer Dir.

Gesche Knoop stehend in ihrem Praxisraum

Du spürst sehr genau, was andere brauchen, erwarten oder von Dir denken könnten. Deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und für sie einzustehen, fällt Dir dagegen deutlich schwerer.

Vielleicht möchtest Du längst häufiger Nein sagen, Grenzen setzen und Dich weniger von den Reaktionen anderer abhängig machen. Und trotzdem fühlt es sich alles andere als einfach an.

Frau im Gespräch mit Gesche Knoop

Vielleicht kennst Du das …

Du sagst Ja, obwohl Du eigentlich Nein meinst.

Du überlegst sehr genau, wie etwas bei anderen ankommen könnte – manchmal noch bevor Du Dich fragst, was Du eigentlich möchtest.

Du fühlst Dich schnell verantwortlich dafür, dass es anderen gut geht oder die Stimmung harmonisch bleibt.

Konflikte beschäftigen Dich lange. Du gehst Gespräche immer wieder im Kopf durch und fragst Dich, ob Du etwas falsch gemacht hast.

Eine Grenze auszusprechen ist das eine. Auszuhalten, dass jemand enttäuscht, verärgert oder anderer Meinung sein könnte, ist oft viel schwieriger.

Vielleicht entschuldigst Du Dich schnell, erklärst Dich ausführlich oder gibst doch wieder nach.

Und manchmal merkst Du erst hinterher, dass Du Dich selbst dabei wieder ein Stück aus dem Blick verloren hast.

Wie wäre es, wenn Du nicht mehr ständig überlegen müsstest, was andere von Dir denken?

Nein sagen und bei Deinem Nein bleiben – auch wenn sich das zunächst ungewohnt oder unangenehm anfühlt.

Eine Entscheidung treffen, weil sie für Dich richtig ist – auch wenn jemand anderes sie vielleicht nicht versteht.

Einen Konflikt aushalten können, ohne stundenlang darüber nachzudenken oder sofort das Gefühl zu haben, etwas wieder in Ordnung bringen zu müssen.

Früher wahrnehmen, wenn Dir etwas zu viel wird – und Deine Bedürfnisse ernst nehmen, bevor Du Deine eigene Grenze längst überschritten hast.

Und Beziehungen führen, in denen Du Dich nicht anpassen musst, um Dich sicher, angenommen oder verbunden zu fühlen.

Es geht nicht darum, plötzlich egoistisch zu werden oder Dir die Bedürfnisse anderer egal sein zu lassen.

Es geht darum, dass Du in Deinen Beziehungen genauso vorkommst wie die anderen.

Gesche Knoop lächelnd auf dem Sofa

Warum „Sag doch einfach Nein“ oft nicht funktioniert

Von außen kann People Pleasing ziemlich unlogisch wirken. Du weißt vielleicht selbst, dass Du nicht für die Gefühle aller anderen verantwortlich bist. Und natürlich weißt Du auch, dass Du Nein sagen darfst.

Das Problem ist häufig nicht das Wissen.

Vielleicht hat Dein System irgendwann gelernt: Es ist sicherer, Dich anzupassen, Konflikte zu vermeiden oder dafür zu sorgen, dass es anderen gut geht. Dann kann sich ein Nein heute noch unangenehm oder sogar unsicher anfühlen – obwohl Du rational längst weißt, dass Du nichts falsch machst.

Ein Nein kann Schuldgefühle auslösen. Die Enttäuschung eines anderen fühlt sich plötzlich schwer auszuhalten an. Oder ein Konflikt beschäftigt Dich noch lange, obwohl Dein Verstand Dir sagt, dass eigentlich alles in Ordnung ist.

Deshalb reicht es manchmal nicht, neue Kommunikationstechniken zu lernen oder sich vorzunehmen, beim nächsten Mal konsequenter zu sein.

Veränderung entsteht nicht nur dadurch, etwas anders zu wissen. Dein System braucht die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen – und nach und nach zu lernen, dass Du heute anders handeln kannst, ohne Dich selbst und die Verbindung zu anderen zu verlieren.

Wie wir daran arbeiten können

In der Therapie schauen wir gemeinsam darauf, was hinter Deiner Anpassung steckt und in welchen Situationen Du Dich selbst besonders schnell aus dem Blick verlierst.

Dabei geht es nicht darum, Dir das People Pleasing einfach „abzugewöhnen“. Wir wollen verstehen, was Dein System bisher damit verbunden hat: Was passiert in Dir, wenn Du Nein sagst? Wenn jemand enttäuscht von Dir ist? Wenn Du einen Konflikt nicht sofort löst oder bewusst bei Deiner eigenen Entscheidung bleibst?

Auf dieser Grundlage können wir daran arbeiten, dass sich neue Erfahrungen nicht nur im Kopf richtig anhören, sondern auch emotional anders anfühlen können.

Das kann zum Beispiel bedeuten, in einem sicheren therapeutischen Rahmen neue Grenzen auszuprobieren, unangenehme Gefühle nicht sofort durch Anpassung auflösen zu müssen oder alte Erfahrungen zu bearbeiten, die Dein heutiges Verhalten noch beeinflussen.

So kann Dein System nach und nach neue Erfahrungen machen: Ich darf Nein sagen. Ich darf anderer Meinung sein. Ich darf jemanden enttäuschen. Und Verbindung kann trotzdem bestehen bleiben.

Denn genau darin liegt ein scheinbarer Widerspruch: Vielleicht hast Du gelernt, Dich anzupassen, um Verbindung zu anderen nicht zu gefährden. Echte Verbindung kann aber gerade dann entstehen, wenn Du Dich mit Deinen eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Meinungen zeigen kannst – ohne Dich selbst dafür verlassen zu müssen.

Gesche Knoop im Gespräch mit einer Frau

Häufige Fragen zu People Pleasing & Grenzen setzen

People Pleasing beschreibt eine starke Orientierung an den Bedürfnissen, Erwartungen oder Reaktionen anderer. Vielleicht fällt es Dir schwer, Nein zu sagen, Du vermeidest Konflikte oder passt Dich häufig an – selbst dann, wenn Deine eigenen Bedürfnisse dabei zu kurz kommen.

Nicht jede Rücksichtnahme ist natürlich People Pleasing. Problematisch kann es werden, wenn die Anpassung regelmäßig auf Deine eigenen Kosten geht oder Du das Gefühl hast, gar nicht mehr richtig zu wissen, was Du selbst möchtest.

Dahinter können ganz unterschiedliche Erfahrungen und erlernte Muster stehen. Vielleicht hast Du gelernt, dass Anpassung, Harmonie oder das Erfüllen von Erwartungen dabei helfen, Verbindung zu erhalten oder Konflikte zu vermeiden.

Dann kann Dein Verstand heute längst wissen, dass Du Grenzen setzen darfst – während es sich emotional trotzdem schwierig anfühlt.

Genau deshalb geht es nicht nur darum, das richtige Nein zu formulieren, sondern auch darum, bei Dir bleiben zu können, wenn Dein Gegenüber auf Deine Grenze reagiert.

Psychotherapie kann Dir dabei helfen, die Muster hinter starker Anpassung und Überanpassung besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit Grenzen, Konflikten und eigenen Bedürfnissen zu entwickeln.

Dabei geht es nicht darum, weniger empathisch oder rücksichtsvoll zu werden. Vielmehr kann es darum gehen, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen, ohne Deine eigenen dabei immer wieder zu übergehen.

Du möchtest Dich nicht länger immer wieder selbst zurückstellen?

Wenn Du Dich in diesen Mustern wiedererkennst und herausfinden möchtest, was hinter Deiner starken Anpassung steckt, können wir gemeinsam schauen, was Du brauchst, um mehr bei Dir zu bleiben – auch in Beziehung zu anderen.

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