Zum Hauptinhalt springen

Praxis für Psychotherapie Gesche Knoop

Stress & innere Unruhe:
Wenn Du funktionierst, aber nicht mehr abschalten kannst

Frau liegt entspannt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa

Nach außen läuft Dein Alltag vielleicht ganz normal weiter. Du erledigst, organisierst, kümmerst Dich – und funktionierst.

Aber innerlich läuft ständig etwas weiter. Deine Gedanken kreisen, Du kommst schwer zur Ruhe oder hast das Gefühl, eigentlich immer „an“ zu sein. Und selbst wenn gerade einmal nichts von Dir verlangt wird, fällt es Dir schwer, Dir diese Ruhe wirklich zu erlauben.

Vielleicht weißt Du längst, dass Du mehr Pausen brauchst und weniger Stress Dir guttun würde. Nur lässt sich innere Ruhe eben nicht einfach beschließen.

Nachdenkliche Frau am Fenster

Vielleicht kennst Du das …

Du hast eigentlich Feierabend, aber Dein Kopf noch lange nicht. Deine Gedanken springen von einem Thema zum nächsten: Was muss noch erledigt werden? Was hast Du vergessen? Was könnte als Nächstes passieren?

Wenn es im Alltag einmal etwas ruhiger wird, fällt Dir sofort ein, wofür Du die gewonnene Zeit nutzen könntest. Da sind schließlich noch genug Dinge, die erledigt werden müssten.

Und wenn Du Dir tatsächlich eine Pause nimmst, meldet sich schnell das schlechte Gewissen. Darf ich gerade wirklich einfach nichts tun?

Vielleicht kennst Du sogar dieses schwer greifbare Gefühl, dass Du nicht einfach loslassen kannst. Als müsste irgendetwas weiterlaufen, im Blick behalten oder geregelt werden – und wenn Du es nicht tust, könnte etwas passieren.

Und kaum nimmst Du Dir vor, endlich einmal zur Ruhe zu kommen, kommt tatsächlich etwas dazwischen: Jemand braucht etwas, ein Problem taucht auf, irgendetwas muss geklärt werden. Irgendwann kann sich das anfühlen, als würde das Leben Dir einfach keine Pause gönnen.

Vielleicht merkst Du die Anspannung auch körperlich: Du kannst schwer loslassen, schläfst schlechter oder hast das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen.

Wirklich entspannen kannst Du vielleicht erst dann, wenn es dafür eine Art unanfechtbare Erlaubnis gibt: Du bist im Urlaub. Du bist krank. Jetzt würde wirklich niemand von Dir erwarten, dass Du noch etwas leistest.

Und so entsteht ein widersprüchlicher Zustand: Du sehnst Dich nach Ruhe – und gleichzeitig fällt es Dir unglaublich schwer, sie Dir selbst zu erlauben.

Wie wäre es, wenn Ruhe keine Rechtfertigung mehr bräuchte?

Feierabend machen können, obwohl noch etwas auf Deiner To-do-Liste steht.

Eine Pause einlegen, ohne sie Dir erst verdienen zu müssen – und ohne dass sofort das schlechte Gewissen mit auf dem Sofa sitzt.

Freie Zeit nicht automatisch als Gelegenheit sehen, endlich noch all die Dinge zu erledigen, für die vorher keine Zeit war.

Verantwortung auch einmal abgeben können, ohne innerlich trotzdem weiter alles im Blick behalten zu müssen.

Früher merken, wenn es Dir zu viel wird – und nicht erst dann auf Dich hören, wenn Dein Körper oder die Umstände Dich dazu zwingen.

Und vielleicht sogar erleben: Ich darf gerade nichts tun. Ich muss nichts leisten, nichts lösen und niemanden auffangen. Und trotzdem ist alles in Ordnung.

Es geht nicht darum, nie wieder Stress zu haben oder immer entspannt zu sein. Belastung gehört zum Leben.

Es geht darum, zwischen Anspannung und Entspannung wieder wechseln zu können – und Dir Ruhe auch dann zu erlauben, wenn theoretisch noch mehr möglich wäre.

Frau liegt entspannt auf einem Sofa

Warum „Entspann Dich doch mal“ oft nicht funktioniert

Vielleicht weißt Du längst, dass Dir Pausen guttun würden. Du kennst vielleicht sogar Entspannungsübungen, weißt, dass Bewegung hilft oder hast Dir schon oft vorgenommen, besser auf Dich zu achten.

Und trotzdem gelingt es Dir nicht einfach, den Schalter umzulegen.

Denn die entscheidende Frage ist vielleicht gar nicht: „Warum schaffe ich es nicht, mich endlich zu entspannen?“ Sondern: „Warum fühlt es sich für mich überhaupt so schwer an, nichts zu tun?“

Vielleicht hat Dein System irgendwann gelernt, dass es wichtig ist, aufmerksam zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen, Dinge im Griff zu haben oder etwas zu leisten. Dann kann Ruhe sich ungewohnt anfühlen – oder sogar das Gefühl auslösen, dass Du gerade etwas versäumst, vernachlässigst oder nicht genug tust.

Und genau deshalb braucht es nicht unbedingt noch mehr Disziplin oder die nächste Strategie zum Stressabbau. Sonst wird selbst Entspannung schnell zum nächsten Punkt auf Deiner To-do-Liste: meditieren, Sport machen, Pausen einhalten, früher schlafen – und am Ende entsteht sogar beim Entspannen der Druck, es „richtig“ machen zu müssen.

Ich gehe nicht davon aus, dass Du Dich einfach mehr anstrengen oder besser auf Dich achten musst. Wenn es Dir gerade möglich wäre, anders mit der Situation umzugehen, würdest Du es vermutlich längst tun.

Es geht nicht darum, dass Du besser wirst. Es geht darum, zu verstehen, warum es bisher nicht anders ging – und Deinem System neue Erfahrungen zu ermöglichen, in denen Du nicht ständig leisten, kontrollieren oder verantwortlich sein musst.

Wie wir daran arbeiten können

In der Therapie schauen wir gemeinsam darauf, was Dich innerlich immer wieder in Bewegung hält – auch dann, wenn im Außen eigentlich gerade Ruhe wäre.

Dabei geht es nicht darum, Dir noch mehr Entspannungstechniken beizubringen. Wir wollen verstehen, was in Dir passiert, wenn Du versuchst, Verantwortung abzugeben, etwas liegen zu lassen oder einfach einmal nichts zu tun.

Was macht es so schwer, innerlich loszulassen? Was befürchtest Du vielleicht, wenn Du nicht alles im Blick behältst? Und was hat Dein System bisher darüber gelernt, wann Du Dir Ruhe erlauben darfst?

Auf dieser Grundlage können wir daran arbeiten, neue Erfahrungen möglich zu machen: nicht sofort reagieren zu müssen. Nicht jede freie Minute sinnvoll nutzen zu müssen. Etwas liegen lassen zu können und zu erleben, dass die Welt trotzdem weiterläuft.

Dabei geht es auch darum, Anspannung früher wahrzunehmen und herauszufinden, was Du tatsächlich brauchst – bevor erst Dein Körper, der nächste Urlaub oder die völlige Erschöpfung Dir die Erlaubnis zur Pause geben muss.

So kann Dein System nach und nach erfahren: Ich darf aufhören. Ich muss gerade nichts leisten oder lösen. Ich darf Verantwortung abgeben – und erleben, dass ich nicht alles zusammenhalten muss.

Gesche Knoop sitzend auf dem Sofa in ihrer Praxis

Häufige Fragen zu Stress & innerer Unruhe

Erschöpft zu sein bedeutet nicht automatisch, innerlich zur Ruhe kommen zu können. Vielleicht bist Du körperlich müde, während Deine Gedanken weiterlaufen oder Du innerlich das Gefühl hast, noch aufmerksam, produktiv oder verantwortlich sein zu müssen.

Wenn Aktivität, Kontrolle oder Funktionieren für Dich über längere Zeit selbstverständlich geworden sind, kann es schwerfallen, einfach in einen anderen Zustand zu wechseln. Dann ist die freie Zeit zwar da – die innere Ruhe aber noch lange nicht.

Innere Unruhe kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Anhaltender Stress und Belastungen können eine Rolle spielen, ebenso persönliche Erfahrungen, erlernte Muster oder die Art, wie Du mit Verantwortung, Leistung und eigenen Bedürfnissen umgehst.

Auch körperliche oder medizinische Ursachen können innere Unruhe auslösen oder verstärken. Gerade bei neu auftretender, starker oder anhaltender Unruhe sollte deshalb gegebenenfalls auch medizinisch abgeklärt werden, was dahintersteckt.

In der Therapie schauen wir individuell darauf, was Deine innere Unruhe aufrechterhält und was Du brauchst, damit sich daran etwas verändern kann.

Psychotherapie kann sinnvoll sein, wenn Stress und innere Unruhe Dich dauerhaft belasten oder Du merkst, dass Pausen und klassische Strategien zum Stressabbau allein nicht ausreichen.

Dabei können wir nicht nur darauf schauen, wie Du Dich besser entspannst, sondern auch darauf, warum Abschalten, Loslassen oder Verantwortung abgeben für Dich überhaupt so schwierig geworden sind.

Das Ziel ist nicht, nie wieder gestresst zu sein. Vielmehr kann es darum gehen, Belastung früher wahrzunehmen, anders mit ihr umzugehen und Ruhe wieder zulassen zu können, ohne dass daraus die nächste Aufgabe wird, die Du erfüllen musst.

Du möchtest nicht erst dann zur Ruhe kommen, wenn nichts mehr geht?

Wenn Du Dich nach Ruhe sehnst, aber merkst, dass Du trotz Pausen nicht wirklich abschalten kannst, können wir gemeinsam schauen, was Dich innerlich immer wieder „an“ sein lässt – und was Du brauchst, damit Ruhe wieder möglich werden kann.

Psychotherapie in Hamburg-Niendorf & online